Weithin sichtbar - Imposantes Gerüst hoch über dem Rheintal

Größer, schneller, höher? Auch. Aber vor allem: spannender! Hier finden Sie besonders interessante Projekte, die unsere Kunden mit Scafom-rux-Material realisiert haben. Und wenn Sie selbst mal was Spannendes zu rüsten haben - einfach melden. Wir machen gern einen Pressebericht daraus!

Dachsanierung an der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Andernach

Dachsanierung an der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Andernach
Weithin sichtbar: Gerüstbau Schmiedts Einrüstung des Andernacher Mariendoms mit Modulgerüst und Kassettendach Alu-Rasant von Scafom-rux. (Foto: Schmiedt Gerüstbau / Scafom-rux)

Die einen nennen sie Mariendom, die anderen Liebfrauenkirche. Wie dem auch sei, in jedem Fall ist die römisch-katholische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt ein beeindruckender Bau. Die mächtige Emporenbasilika mit ihren vier Türmen, Westbau und Chor liegt in unmittelbarer Nähe zur Stadtmauer von Andernach. Dort, wo sich in römischer Zeit auch das Kastell Antunnacum befand, aus dem sich die spätere Siedlung entwickelte. Bei Arbeiten neben der Kirche im Jahr 2006 wurden sogar die Überreste einer römischen Badeanlage aus dem 4. Jahrhundert entdeckt, die belegen, welche historische Bedeutung diese Örtlichkeit hat.

Der Geschichte des Mariendoms reicht bis weit ins 12. Jahrhundert zurück. Über das ursprüngliche Aussehen ist nur noch wenig bekannt, aber karolingische Grabstellen unter der heutigen Kirche weisen auf eine sehr frühe Gründung hin. Bereits im Jahr 1194 wurde der Vorgängerbau, seinerzeit noch St. Michael, dem Erzbischof Johann I. geschenkt. Dieses Gebäude fiel 1198 einem Streit um Andernach zum Opfer und wurde durch einen Brand zerstört. Übrig blieb lediglich der freistehende Glockenturm, der bis in die heutige Zeit erhalten ist. Man geht davon aus, dass die Kirche im Jahr 1220 geweiht wurde.

Pünktlich zum 800jährigen Bestehen des Bauwerks stand im Jahr 2019 die Sanierung der Dächer beider Westfassadentürme an. Also musste ein Arbeits- und Schutzgerüst für die beiden Türme mit einer Höhe von annähernd 50 Metern errichtet werden. Der Auftrag dazu wurde an die Gerüstbaufirma Schmiedt aus Kobern-Gondorf vergeben, die sich überregional an zahlreichen Objekten einen Namen mit herausragenden Gerüstlösungen gemacht hat. Neben vielen historischen Gebäuden, Burgen und Kirchen ist das Unternehmen auch bei Neubauten und der Sanierung moderner Bauwerke präsent.

Gerüste dieser Dimension erfordern immer auch eine statische Berechnung. Denn sowohl die Gerüstkonstruktion an sich als auch die Schwierigkeit der Verankerung im historischen Gemäuer erfordert eine ingenieurmäßige Herangehensweise. In solchen Fällen arbeitet die Fa. Schmiedt eng mit dem Ingenieur- & Sachverständigen-Büro für den Gerüstbau IBS, Dipl.-Ing. Joachim Specht & Partner, zusammen. Zuständig war für dieses Projekt Manuel Specht, der die anspruchsvolle Gerüstkonstruktion geplant, berechnet und während der Aufbauphase auch betreut hat.

Schnell stellte man fest, dass es sich beim hölzernen Dachstuhl noch um die originale, 800 Jahre alte Holzkonstruktion handelte. Die wollte man natürlich erhalten, so dass zusätzlich zum Gerüst noch ein Wetterschutzdach installiert werden musste. Also wurde das Gerüst kurzerhand nach allen Regeln der Ingenieurkunst ausgesteift, um es über die oberen 20 m, auf denen es nicht in der Domwand verankert werden konnte, tragfähig zu machen für die Alu-Kassettendächer.

Hinsichtlich der Gerüsttechnik, die zum Einsatz kam, vertraut Gerüstbau Schmiedt auf Systeme aus dem Haus Scafom-rux, einem Hersteller moderner Gerüstsysteme mit über 60jähriger Erfahrung als Partner und Lieferant der Gerüstbaubranche. Im Wesentlichen wurde das Modulgerüst Rux-Variant für die Gerüstkonstruktion eingesetzt sowie für das Wetterschutzdach über den beiden Türmen das Kassettendach Rux-Alu-Rasant.

Neben der Windangriffsfläche, die bei Gerüsten einer solchen Dimension immer berücksichtigt werden muss, gab es für die Beteiligten zwei weitere, große Herausforderungen, die ingenieurmäßig gelöst werden mussten. Einerseits war das die Tatsache, dass das Gerüst an den Türmen nur an zwei Seiten gegründet werden konnte. Andererseits musste zwischen den Türmen ab einer Höhe von ca. 24 Metern bis zu einer Höhe von 30 Metern eine Plattform errichtet werden, die die beiden Gerüste miteinander verband und zur Lagerung von Material und Gerätschaften diente. Diese Plattform hat eine Spannweite von knapp 10 Metern.

Da die Türme einerseits im sogenannten Helmbereich von allen Seiten eingerüstet werden mussten, andererseits aber nur auf zwei Seiten am Boden aufgestellt werden konnten, wurden ab einer Höhe von rund 26 Metern aufwändige Stahl- und Gitterträgerkonstruktionen erforderlich, welche teilweise durch die Türme hindurchführten, um dann auf jeweils zwei Seiten die massive Gerüstkonstruktion aufnehmen zu können. Zusätzlich wurden im unteren Bereich des Gerüstes sowohl innen als auch außen Doppelständer gebaut, um der immensen Belastung der Gesamtkonstruktion standzuhalten. Dass die Dachkonstruktion des Mittelschiffes nicht belastet werden durfte, hat die Herausforderung zusätzlich erhöht. Im Bereich der beiden Dächer wurde die Gerüstkonstruktion mit Hilfe von 2-bohligen Konsolen an die Dachschräge angepasst, damit die verschiedenen Gewerke gefahrlos ihre Arbeiten durchführen konnten.

Weit mehr als 3.000 Quadratmetern Gerüstmaterial Rux-Variant sowie etliche laufende Meter Gitterträger und Gerüstrohre wurden an dem Objekt verbaut. Mit Hilfe eines Autokranes sowie verschiedener Aufzüge – zwei davon auf der Bühne zwischen den Türmen platziert – wurde das Material von der Firma Schmiedt sicher und wirtschaftlich an die entsprechenden Stellen transportiert.

Für die sichere Gerüstbesteigung und den komfortablen Transport von Material und Werkzeug durch die nachfolgenden Gewerke wurde ein Treppenturm mit Aluminiumtreppen errichtet. Des Weiteren standen die zum Gerüstaufbau verwendeten Aufzüge auch während der Sanierungsphase zur Verfügung.

Eigentlich stand für das Jahr 2020 ein abwechslungsreiches Jubiläumsprogramm auf dem Kalender, auf das auch ein großes Transparent am Gerüst während der Bauphase hinwies. Aber auch hier hat die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass die Feierlichkeiten wohl etwas kleiner ausfallen müssen oder verschoben werden. Wichtig ist: Die Türme erstrahlen in einem neuen Glanz und die abgeschlossenen Arbeiten lassen darauf hoffen, dass der Mariendom zu Andernach weitere 800 Jahre überstehen wird.

Gerüstbau Schmiedt darf sich ein weiteres Prestigeobjekt auf seine Referenzliste setzen – ein äußerst erfolgreiches Zusammenspiel verschiedener Stellen, die nicht nur fachlich hochversiert sind, sondern auch ein Faible für historische Bauwerke haben. Der Planungsverantwortliche Christian Schmiedt meint dazu begeistert: „Eine 50-m-Kirchturm­rüstung ist schon eine Herausforderung. Aber ein Doppelturm mit dazwischengespannter Bühne und als Krone noch zwei Wetterschutzdächer auf freistehendem Gerüst ... das ist in der Kombi schon einmalig – da geht einem echt das Herz auf.“

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