Aktuelle Preisentwicklungen von Stahl und Aluminium im Überblick

Aktuelle Preisentwicklungen von Stahl und Aluminium im Überblick

Kaum jemandem in der Gerüstbau- oder Baubranche wird es in den letzten Wochen entgangen sein, dass sich bei den Rohstoffpreisen derzeit wieder einiges tut. Vor einiger Zeit haben wir dir bereits von den steigenden Rohstoff- und Transportpreisen und deren Hintergründen berichtet. Seitdem hatten sich die Rohstoffpreise zumindest wieder stabilisiert. Aber mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine Ende Februar stiegen auch die Preise für Stahl, Aluminium und Transport deutlich an.

Stahlpreis erreicht Spitzenwert von 950 USD pro Tonne

Kein Zweifel: Stahl gehört zu den wichtigsten Materialien in der Bauindustrie und im Gerüstbau. Kein Wunder also, dass die starken Schwankungen der Stahlpreise schon über ein Jahr in der Branche für ordentlich Gesprächsstoff sorgen.

Während der Preis für eine Tonne Betonstahl im Mai 2021 einen Höchststand von 794 USD erreichte, gaben die Preise in den folgenden Monaten zumindest leicht nach und blieben weitgehend stabil.

Dieser Preis vom Mai 2021 wurde im März 2022 noch einmal übertroffen. Nur wenige Tage nach Beginn des Krieges in der Ukraine am 24. Februar kletterte der Preis für eine Tonne Betonstahl auf 834 USD. Am 9. März erreichten die Stahlpreise dann einen neuen Rekord: rund 950 USD pro Tonne. Derzeit liegt der Preis für eine Tonne Stahl bei 942 USD (Stand: 19. April 2022).

Abe es gibt hier auch eine gute Nachricht: die Stahlpreise bleiben derzeit stabil und steigen nicht weiter an.  

 

Quelle: https://www.investing.com/commodities/steel-rebar-historical-data

 

Aluminiumpreise auf Allzeithoch

Aluminium ist ja von Haus aus schon etwas teurer. In den letzten Wochen hat sich das nocheinmal verstärkt. Während der Preis für eine Tonne Aluminium bis Mitte 2021 noch unter 2.000 USD lag, gehen derzeit 3.293 USD für dieselbe Menge über den Tisch (Stand: 19. April 2022).

Stark steigende Aluminiumpreise sind spätestens seit Mai 2021 an sich nichts Neues mehr. Nach einem vorangegangenen Preissturz im April 2021, stiegen die Preise weitestgehend stetig an. Im Oktober 2021 erreichten die Aluminiumpreise dann ihr Jahreshoch von 3.173 USD pro Tonne.

Die Preise für Aluminium entspannten sich Ende 2021 wieder. Das aber nur kurz, denn im neuen Jahr wurde Aluminium wieder immer teurer. Mit Kriegsbeginn gegen die Ukraine erlebten die Aluminiumpreise einen erneuten Schub nach oben. Das ging so weit, dass sie im März ihr Allzeithoch von knapp 4.000 USD pro Tonne erreichten.

Anders als beim Stahl, sind die Preise für Aluminium derzeit größeren Schwankungen unterworfen. Derzeit gibt es einen Trend zur Preissenkung (Stand: 19. April 2022).

 

Quelle: https://markets.businessinsider.com/commodities/aluminum-price

 

Warum steigen die Preise für Stahl und Aluminium?

Durch den Krieg gegen die Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen gegen Russland sind die Stahllieferungen aus beiden Ländern unterbrochen. Das macht sich besonders in der Europäischen Union bemerkbar. Denn hier machen Russland und die Ukraine zusammen ein Fünftel aller Stahlimporte aus. Lies mehr zu den Preisentwicklungen von Stahl im letzten Jahr hier.

Auch die Aluminiumpreise reagieren auf die Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Obwohl Aluminiumexporte aus Russland nach Europa oder Amerika noch nicht von den Sanktionen betroffen sind, sorgt vor allem der drastische Anstieg der Energiepreise für einen merklichen Effekt auf die Kosten der energieaufwändigen Metallproduktion. Nachdem die Energiepreise im vergangenen Jahr bereits deutlich gestiegen waren, sorgen der drohende Exportstopp von russischem Gas für weitere Preisverschärfungen.

Steigende Produktionskosten für Metalle verstärken nun die bereits vorausgegangenen Preisentwicklungen des letzten Jahres. Vor allem der Rückgang der Aluminiumproduktion in China als weltweit größtem Aluminiumlieferanten, ist ein entscheidender Faktor für die aktuelle Preissituation.

Der Grund für die Verknappung von Aluminium liegt unter anderem an der Reduktion der chinesischen Magnesiumproduktion. Diese wurde zurückgefahren, um die CO2-Neutralitätsziele zu erreichen. Das hat auch große Auswirkungen auf uns in Europa. Denn etwa 85 Prozent des weltweiten Magnesiums kommt aus China. Und dieses ist notwendig, um Aluminium zu produzieren. Hinzu kommt, dass China’s Regierung den Energieverbrauch der Hütten beschränkt hat und das Land infolgedessen selbst mehr Aluminium importiert, um den Inlandsbedarf zu decken.

Im November 2021 sorgte dann noch die Explosion in einer Aluminiumfabrik in der chinesischen Provinz Yunnan mit einer Kapazität von 300.000 Tonnen für einen erneuten Anstieg des Aluminiumpreises um 2 bis 3 Prozent. Gleichzeitig steigt die weltweite Nachfrage aufgrund der sich erholenden Wirtschaft und treibt die Preise weiter in die Höhe.

Aber es sind auch bessere Nachrichten in Sicht: Die chinesische Metallproduktion wird wieder hochgefahren, so dass auch ein Anstieg der Exporte in westliche Länder wieder wahrscheinlicher wird.

 

Steigende Frachtraten spiegeln sich auch in den Rohstoffpreisen wider

Ob auf dem See-, Land- oder Luftweg - der Gütertransport war schonmal deutlich günstiger. Die Logistikstörungen der letzten 2 Jahre und die damit verbundenen erhöhten Transportkosten spiegeln sich auch in den Stahl- und Aluminiumpreisen wider. In unserem nächsten Blogbeitrag erfährst du mehr über die aktuelle Situation von Logistik und Transport und wie du mit den steigenden Preisen umgehen kannst.

 

Kommentare

Kommentar von Timilli GmbH |

Wie sehen demnächst die Preise für Holz.???

Vg.
Timilli GmbH

Administrator

Antwort von Administrator

Das ist derzeit schwer zu sagen und hängt unter anderem von der Entwicklung der aktuellen Lieferkettenprobleme ab. Momentan steigen die Preise für Holz wieder an. Die aktuellen Holzpreise könnt ihr z.B. hier einsehen: https://www.finanzen.net/rohstoffe/holzpreis.

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